Misshandlung von Kindern

12208841_1162406143784562_9125267304017172706_nMisshandlung von Kindern

Die Misshandlung von Kindern gehört leider nach wie vor zum Alltag zu vieler Kinder:
Überall in Deutschland und auf der ganzen Welt scheint es allzu oft Normalität zu sein, die eigenen Kinder anzuschreien, physische und psychische Strafen als sogenannte „Erziehungsmaßnahmen“ zu verwenden oder das eigene Kind rigoros zu ignorieren. Natürlich sind es nicht immer nur die eigenen Familienangehörigen, die Kindern Schäden zufügen, indem sie diese regelmäßig anschreien, beschimpfen oder verprügeln. Auch ‚kleinere‘ Vergehen gegen Kinder können verheerende Konsequenzen für die Kinder nach sich ziehen. Kinder können allein dadurch, dass man ihnen das Gefühl vermittelt, nicht geliebt zu werden, ihr eigenes Lebensgefühl, ihre ‚Lust am Leben‘ verlieren. So dramatisch und traurig diese Zeilen klingen mögen, so sind sie doch alltägliche Realität.

Welche Formen von Misshandlungen gegenüber Kindern es gibt, welche Auswirkungen diese haben können und wodurch diese katastrophalen Entwicklungen in der Regel zustande kommen, wird auf den folgenden Seiten erklärt.

Kinder haben es nicht verdient der Sorglosigkeit ihrer Kindheit beraubt zu werden, nur weil sie das geringste Potenzial besitzen sich gegen negative Einwirkungen zu wehren. Kinder sollten NICHT den Großteil ihrer Kindheit mit Weinen verbringen. Auf das Gesicht jeden Kindes gehört ein Lächeln.

Polizei sucht Täter nach sexuellem Übergriff – Wer kennt den abgebildeten Mann ?

Altkreis Norden Kriminalitätsgeschehen (ots) – Die Polizei bittet um Mithilfe aus der Bevölkerung. Gesucht wird der abgebildete Mann, der gemeinsam mit zwei weiteren, ebenfalls unbekannten Männern, in Verdacht steht, auf dem Friedhof „Am Markt“ in Norden am 09. Juli 2016 einen sexuellen Übergriff auf eine 34-jährige Frau verübt zu haben. 

Das Opfer besuchte vor der Tat eine Gaststätte in der Osterstraße. Das Lokal verließ sie in den frühen Morgenstunden und lief dann in Richtung Marktplatz. Dann wurde die Norderin nach ihren Angaben von den drei unbekannten Männern bis zum Friedhof an der Lugerikirche verfolgt. Bei dem abgebildeten Mann handelt es sich um den Haupttäter. 

Der Vorfall ereignete sich am Samstagmorgen, den 09. Juli, in der Zeit zwischen 04.00 und 06.50 Uhr. Der Haupttäter wird folgendermaßen beschrieben: ca. 40 Jahre alt und kräftig, aber nicht dick, dunkle Augen und volle Augenbrauen. 

Er hat einen südländischen Teint und zur Tatzeit trug er einen Vollbart. Der Unbekannte war dunkel gekleidet. Bezüglich der beiden anderen Männer liegt folgende Beschreibung vor: beide haben ebenfalls einen südländischen Teint und waren auch dunkel gekleidet. Alle drei sprachen in einer ausländischen Sprache, die nicht verifiziert werden konnte. 

Personen, die Hinweise zur Identität des abgebildeten Mannes geben können, bzw. an dem Tatmorgen in Bereich Osterstraße, Am Markt sowie auf dem Norder Friedhof drei männliche Personen beobachtet haben, auf die diese Beschreibung passt, mögen sich bei der Auricher Polizei unter 04941/606-215 melden.

Der Vorfall ist auch auf der Facebookseite des LKA Niedersachsen/Fahndung eingestellt.

Rückfragen bitte an:

Polizeiinspektion Aurich/Wittmund
Sabine Kahmann
Telefon: 04941 / 606-104
E-Mail: pressestelle@pi-aur.polizei.niedersachsen.de
http://www.pi-aur.polizei-nds.de

Therapie statt Haft für Inzest-Mutter (47)

​Sonja G.* (47), die ihren Sohn über mehrere Jahre hinweg missbraucht hat, ist zu einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten verurteilt worden. Der Vollzug wird zugunsten einer psychotherapeutischen Behandlung aufgeschoben. Das St. Galler Kreisgericht hat im abgekürzten Verfahren der Einigung zwischen Staatsanwaltschaft, Angeklagter und der Anwältin des Opfers zugestimmt. Die Strafe könnte mit einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben werden. Zudem muss die Täterin ihrem Sohn 10’000 Franken Genugtuung zahlen und die Untersuchungskosten übernehmen.

Ihre Taten machen sprachlos. Einen Fall wie jenen von Sonja G. hat es in der Schweiz so noch nicht gegeben. Über Jahre vergeht sich die Mutter immer wieder an ihrem heute 13-jährigen Sohn.
Sonja G. weiss ganz genau, dass sie etwas Verbotenes tut. Doch ihr Trieb ist stärker. Anfang 2015 fliegt die Inzest-Mutter schliesslich auf. Heute musste sie sich vor dem Kreisgericht St. Gallen für ihre furchtbaren Taten verantworten.
Die Anklageschrift gibt Einblick in die kranke Welt, in der die Mutter über Jahre lebte. Luca* ist erst acht Jahre alt, als seine Mutter in E-Mails offen über ihre kranken Fantasien schreibt: «Ich will ein Kind von meinem Sohn. Ich bin unsittlich/unmoralisch, deshalb wurde ich in eine sittliche/moralische Familie geboren. Ich habe für mich und Luca eine perfekte Situation eingerichtet. Nach dem Tod meiner Mutter wird niemand mehr da sein, der uns stoppt. Ich habe auch Lucas’ Vater aus dem Weg.» Einige Nachrichten schickt Sonja G. an andere Frauen und an Männer, andere versendet sie nicht, sie bleiben auf ihrem Computer.
Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft führen noch weiter: Luca ist knapp zehn Jahre alt, als er seine Mutter im Wohnzimmer mit einem Vibrator befriedigen muss. Damit nicht genug: Die Angeklagte hält diese perversen Spiele mit der Kamera fest, schickt die Bilder später per Mail einem Mann.
Es ist nicht das einzige Mal, dass Sonja G. Luca in ihre Sexspiele einbezieht und missbraucht. Sie versucht sogar mehrfach, ihren Sohn oral zu befriedigen. Dass das falsch ist, weiss sie. «Ich versagte mein Leben lang im Kampf mit meiner Sexualität und meiner inneren Hure. Als ich Luca sehen liess, wie ich mich mit Vibratoren befriedigte, war ich nicht so sicher, ob ich das Richtige tat», schreibt sie in einer Nachricht.
Doch anstatt aufzuhören versucht Sonja G. immer wieder, ihr Verhalten zu rechtfertigen: «Ich dachte, dass das nichts für Kinderaugen sei. Dann muss es ihn aber wiederum auf eine liberalere Weise erziehen, als was ich bei meinen Eltern je erlebt habe.» Für sie steht fest: Dass sich ein Vater an der Tochter vergehe, sei in der Öffentlichkeit bekannt, schreibt sie weiter, aber niemand spreche je davon, dass eine Mutter dasselbe mit dem Sohn tue. «Es ist völlig tabu und die Gesellschaft ist noch nicht bereit dafür», schreibt sie weiter und benutzt eine explizite Sprache. 
Über Jahre lebt Sonja G. ihre perversen Fantasien aus. Vieles hält sie schriftlich fest, etwa, wie der Sohn eines Morgens in ihrem Bett kuscheln will, sie sich indessen sexuell zu ihm hingezogen fühlt. Sie sagt dem Buben, sie wolle ein Kind von ihm. Und sie spricht über ihren Wunsch, irgendwo mit ihm zusammenzuleben. «Ich bin total besessen von ihm.»

KRITIK AUS EUROPA AN VERFASSUNGSGERICHTTürkei lockert Verbot von Kindesmissbrauch

Kinderrechtler kritisieren Beschluss scharf

Zivilgesellschaftliche Gruppen hatten die Entscheidung scharf kritisiert. Professor Bahar Gökler von der „Vereinigung zur Verhinderung von Kindesmissbrauch und Vernachlässigung“ sagte der Nachrichtenagentur Anadolu: „Jedes Individuum unter 18 Jahren wird nach internationalen Konventionen als Kind angesehen. Es steht außer Frage, im Falle von Missbrauch zuerst einmal die Einwilligung eines Kindes einzuholen.“ Diese „katastrophale“ Entscheidung des Gerichts verstoße gegen die Kinderrechte.  

Einvernehmlichen Sex könne es nur zwischen Jugendlichen geben, nicht aber zwischen einem 60-Jährigen und einer 15-Jährigen, betonte auch Professor Aysun Baransel, die sich bei derselben Organisation engagiert.

Deutscher Politiker befürchtet Anstieg der Kinderehen

Auch in Deutschland herrscht Unverständnis für die richterliche Entscheidung in der Türkei.

► Ali Yildiz vom Muslimischen Forum Deutschland e.V. und Vorstandsmitglied der CDU-Wedding sagte gegenüber BILD: „„Der Gerichtsbeschluss entspricht einem generell in der Türkei eingeleiteten Transformationsprozess. Die gesellschaftliche Bedeutung und Stellung der Frau wird unter der AKP-Regierung zurückgedreht.“ Ein selbstbestimmtes Leben werde den Mädchen schon frühzeitig genommen.

Yildiz: „Ebenso ist eine weitere Zunahme von arrangierten Ehen mit Kindern zu erwarten, die nicht mal mehr strafrechtlich belangt werden können. In Konsequenz bewirkt der Beschluss ihre Legalisierung und das bei einem EU-Beitrittskandidaten. Das ist zugleich erschreckend, denn das ferne Afghanistan kommt Europa näher.“

► Sandra Cegla, Bundesvorsitzende des Deutschen Staatsbürgerinnen-Verbands e.V.: „Diese Entscheidung ist ein unfassbarer Rückschritt für die Rechte von Frauen und Mädchen in der Türkei. Die natürliche Entwicklung eines Kindes ist mit zwölf Jahren längst nicht abgeschlossen, so dass wir es flächendeckend mit unausgereiften Persönlichkeiten von Mädchen zu tun haben, die noch immer dem Schutz und der Führung mündiger Erwachsener bedürfen. Kinderschändern wurden Tür und Tor geöffnet und sexueller Mißbrauch von Minderjährigen quasi legalisiert. Ich befürchte viele junge Mädchen, die im frühen Alter gebrochen werden, sowohl in der Türkei als auch in Deutschland.“

Breisach:Dreijährige sei bereits zwei Mal ausgerissen und längere Zeit verschwunden gewesen.

Er saß in einer Querstraße in einem unverschlossenen Auto sitzen, wie die Polizeimitteilte. Er sei etwas verängstigt gewesen, habe sich aber nicht auffällig verhalten, sagte ein Polizeisprecher. Es gebe auf den ersten Blick keine Hinweise auf ein Verbrechen. Der Dreijährige sei bereits zwei Mal ausgerissen und längere Zeit verschwunden gewesen.

Der Junge hatte nach ersten Erkenntnissen das elterliche Haus am frühen Nachmittag zu Fuß verlassen. Die Familie hatte die Polizei alarmiert, als sein Verschwinden bemerkt wurde.

Großaufgebot suchte nach dem Jungen

Mit einem Großaufgebot hatten Polizei und Feuerwehr nach dem Jungen gesucht. Neben zwei Suchhunden von deutschen Rettungskräften wurde auch eine Hundestaffel der französischen Gendarmerie eingesetzt. Auf beiden Seiten des Rheins wurde das Ufer abgesucht. Zeitweise seien Autos kontrolliert worden. Ein Polizeihubschrauber flog auf deutscher Seite Teile des Stadtgebietes Breisach ab. Auch die Wasserschutzpolizei war im Einsatz. Die Beamten befragten zudem Freunde und Bekannte.

Am Abend hatte die Polizei zusätzliche Kräfte wie die örtliche Feuerwehr zur Hilfe gerufen, um das Gebiet noch einmal systematisch abzusuchen. Kurz bevor am Abend noch einmal ein Rettungshubschrauber und Suchhunde losgeschickt werden sollten, wurde der Junge gefunden.

Breisach:Vermisster Junge (3) in Auto entdeckt

Gegen 20.30 Uhr haben wir das Kind in unmittelbarer Nachbarschaft der Eltern entdeckt. Es geht ihm gut. Der Junge hatte sich einfach in ein unverschlossenes Auto gesetzt. Da haben wir ihn gefunden. Die Eltern sind überglücklich.“

Der Junge hatte gegen 13.45 Uhr die Wohnung allein zu Fuß verlassen. Die Familie alarmierte die Polizei gegen 14.30 Uhr, als sein Verschwinden bemerkt wurde.

Neben zwei Suchhunden von deutschen Rettungskräften wurde auch eine Hundestaffel der französischen Gendarmerie eingesetzt. Auf beiden Seiten des Rheins wurde das Ufer abgesucht.

Zeitweise seien Autos kontrolliert worden, so ein Polizist. Ein Polizeihubschrauber flog auf deutscher Seite Teile des Stadtgebietes Breisach ab. Auch die Wasserschutzpolizei war im Einsatz. Die Beamten befragten zudem Freunde und Bekannte.

Am Abend rief die Polizei zusätzliche Kräfte wie die örtliche Feuerwehr auf, das Gebiet noch einmal systematisch abzusuchen.

Junge (3) verschwunden – Große Suchaktion

OaVbsQGoBreisach – Ein Junge (3) ist am Nachmittag aus der Wohnung seiner Eltern in Breisach (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) verschwunden und hat eine groß angelegte Suchaktion der Polizei in Gang gesetzt.

Der Junge hatte gegen 13.45 Uhr die Wohnung allein zu Fuß verlassen. Die Familie alarmierte die Polizei genen 14.30 Uhr, als sein Verschwinden bemerkt wurde. Der Junge ist blond und trug bei seinem Verschwinden eine kurze blaue Hose und ein blaues Trägershirt.

Neben zwei Suchhunden von deutschen Rettungskräften wurde auch eine Hundestaffel der französischen Gendarmerie eingesetzt. Auf beiden Seiten des Rheins wurde das Ufer abgesucht.

Zeitweise seien Autos kontrolliert worden, so ein Polizist . ein Polizeihubschrauber flog auf deutscher Seite Teile des Stadtgebietes Breisach ab. Auch die Wasserschutzpolizei war im Einsatz. Die Beamten befragten zudem Freunde und Bekannte.

Am Abend rief die Polizei zusätzliche Kräfte wie die örtliche Feuerwehr auf, das Gebiet noch einmal systematisch abzusuchen.

So gehen Täter und Täterinnen vor

10330514_1130382960320214_6725948958331971538_nWer ist am häufigsten betroffen?
Sowohl Mädchen als auch Jungen können Opfer von sexueller Gewalt sein, wobei die Zahl der Mädchen überwiegt. Grundsätzlich kann jedes Kind und jede beziehungsweise jeder Jugendliche von sexuellem Missbrauch betroffen werden. Es gibt jedoch besondere Risiken, die Täter und Täterinnen gezielt ausnutzen und in ihre Täterstrategie einbeziehen:
  • Sie knüpfen bei Mädchen und Jungen, die sich viel selbst überlassen sind, an das Bedürfnis nach Wärme und Geborgenheit an, indem sie ihnen Interesse an ihrer Person vorgaukeln, sich Zeit für sie nehmen und ihnen zuhören. Sie beschenken sie und erfüllen ihnen Wünsche, die ihre Eltern nicht bezahlen wollen oder können.

 

  • Täter und Täterinnen haben ein leichtes Spiel mit Kindern aus autoritären und hierarchischen Familien. Diese sehen Erwachsene als Autoritätspersonen, denen sie ungefragt gehorchen müssen, und haben größere Schwierigkeiten sich abzugrenzen.
  • Kinder und Jugendliche, die Gewalt in ihrer Familie erleiden oder beobachten, erleben häufiger Missbrauch als andere, für die Grenzverletzungen nicht zum Alltag gehören.
  • Mädchen und Jungen, die gelernt haben, dass Sexualität etwas Schlechtes ist, worüber man nicht spricht, werden gezielt ausgewählt. Bei diesen Opfern ist die Gefahr entdeckt zu werden gering, weil sie es kaum wagen, sich jemandem anzuvertrauen.
  • Auch die traditionelle Erziehung zu den klassischen Geschlechterrollen bedeutet für Kinder und Jugendliche eine Gefahr. Jungen, die immer stark sein müssen und gelernt haben, Gefühle zu ignorieren, haben große Probleme sich anzuvertrauen, da die Situation als Opfer ihrem Selbstbild widerspricht. Mädchen, die zur Unterordnung erzogen werden, die sich für die Bedürfnisse anderer verantwortlich fühlen, sind besonders gefährdet, weil sie die Fügsamkeit mitbringen, die sich Täter und Täterinnen wünschen.
  • Für Mädchen und Jungen, die bereits missbraucht wurden, besteht die Gefahr wieder zum Opfer zu werden, wenn es ihnen aufgrund ihrer Vorbelastungen noch schwer fällt, eigene Grenzen zu spüren und zu verteidigen.
  • Ein stark erhöhtes Missbrauchsrisiko haben Kinder und Jugendliche mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen.
Download:
Wer sind die Täterinnen und Täter?
Sexueller Missbrauch findet in etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle durch Männer und männliche Jugendliche statt, zu etwa 10 bis 20 Prozent durch Frauen und weibliche Jugendliche. Dies bestätigen auch internationale Studien.
Es gibt kein einheitliches Täterprofil. Missbrauchende Männer stammen aus allen sozialen Schichten, leben hetero- oder homosexuell und unterscheiden sich durch kein äußeres Merkmal von nicht missbrauchenden Männern. Sie haben in vielen Fällen die Vater- oder Stiefvaterrolle für das Mädchen übernommen, das sie missbrauchen. Sexueller Missbrauch an Jungen findet häufiger durch bekannte Personen außerhalb der Familie statt. Über missbrauchende Frauen wurde in Deutschland bislang noch wenig geforscht. Sexueller Missbrauch durch Frauen schädigt die Opfer ebenso wie der durch Männer, die Taten sind vergleichbar. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sexueller Missbrauch durch Frauen seltener entdeckt wird, weil solche Taten Frauen kaum zugetraut werden.
Was sind die Gründe für sexuellen Missbrauch?
Verschiedene Ursachenmodelle betonen unterschiedliche Faktoren, die dazu führen, dass jemand sexuellen Missbrauch an Kindern oder Jugendlichen verübt. Ein wesentliches Motiv für solche Taten ist der Wunsch, Macht auszuüben und durch die Tat das Gefühl von Überlegenheit zu erleben. Bei einigen Tätern und wenigen Täterinnen kommt eine sexuelle Fixierung auf Kinder hinzu (Pädosexualität), das bedeutet, dass sie sich – anders als die meisten Täter und Täterinnen – kaum oder gar nicht von Erwachsenen sexuell angezogen fühlen. Die in der Öffentlichkeit anzutreffende Formulierung „Das sind ja alles Kranke!“ ist falsch. Sie kann zudem von Kindern und Jugendlichen so verstanden werden, dass der Täter beziehungsweise die Täterin nicht wirklich für ihre beziehungsweise seine Tat verantwortlich ist. Selbst wenn in Ausnahmefällen hinter einem sexuellen Übergriff eine krankheitswerte Störung liegt, tragen Täter beziehungsweise Täterinnen immer die alleinige Verantwortung für ihr Verhalten.
Welche Rolle spielt das Umfeld des Opfers für Täterinnen und Täter?
Täterinnen und Täter missbrauchen immer auch das Vertrauen der anderen Familienmitglieder beziehungsweise des sozialen Umfeldes. Sie manipulieren gezielt die Wahrnehmung der Bezugspersonen, damit ihnen niemand die Tat zutraut und keiner die ersten Anzeichen erkennt. Selbst wenn sexueller Missbrauch innerhalb der Familie offenbar wird, fällt es Angehörigen oft schwer einzugreifen, weil die Täter meist eine Machtposition in der Familie einnehmen. Hinzu kommt häufig die emotionale Bindung an den Täter, aber auch die Angst, dass die Familie zerstört und sozial geächtet wird.
Bei sexuellem Missbrauch außerhalb der Familie sind die Täter und Täterinnen oft in Berufsgruppen zu finden, die eine unverfängliche Nähe zu Kindern erlauben. Sie profitieren vom guten Ruf anerkannter pädagogischer, sportlicher oder religiöser Einrichtungen, in denen sie tätig sind, und von dem Vertrauen, das Eltern ihnen entgegenbringen. Sie zeichnen sich häufig durch pädagogisches Geschick aus und machen sich bei Kindern und im Kollegium oder Team beliebt. Auf diese Weise erreichen sie, dass zunächst niemand den Gerüchten über ein Fehlverhalten glaubt.
Download:
Wie gehen Täter und Täterinnen vor?
Die meisten Täter und Täterinnen handeln nicht spontan, sondern planend und berechnend, so dass man von „Täterstrategien“ spricht. Sie wählen Kinder und Jugendliche gezielt aus, indem sie nach Anknüpfungspunkten und Schwächen suchen (siehe „Wer ist am häufigsten betroffen?“). Oder sie konzentrieren sich auf Mädchen und Jungen, deren Vertrauen und Zuneigung sie bereits genießen oder leicht gewinnen können.
Isolation Die Täter und Täterinnen isolieren die Kinder und Jugendlichen innerhalb der Familie oder Kindergruppe, indem sie sie bevorzugen oder schlecht über Freunde und Vertrauenspersonen sprechen. So schneiden sie ihnen den Weg zur Hilfe ab.
Steigerung der Übergriffe Oft beginnt der Missbrauch mit wenig intensiven, scheinbar zufälligen Berührungen. Die Betroffenen gehen vielfach darüber hinweg, weil sie sie für ein Versehen halten oder meinen, sie hätten sich vielleicht getäuscht und sich das nur eingebildet. Die Verwirrung der Gefühle der betroffenen Mädchen und Jungen beginnt schon zu diesem frühen Zeitpunkt. Langsam intensivieren die Täter und Täterinnen ihre Übergriffe. Den Opfern fällt es immer schwerer dagegen aufzubegehren, weil sie schon die ersten Übergriffe nicht zurückgewiesen haben.
Bestechung und Geheimnis Viele Mädchen und Jungen bekommen Geschenke oder besondere Aufmerksamkeit, so dass sie sich dem Täter oder der Täterin verpflichtet fühlen. Meist wird die Tat zum gemeinsamen Geheimnis erklärt, damit das Kind oder der Jugendliche sich nicht offenbart.
Einschüchterung und Schuldgefühle als Druckmittel Die Mädchen und Jungen werden zudem eingeschüchtert („Dann ergeht es deinem Haustier schlecht“) und mit den drohenden Folgen einer Aufdeckung geängstigt („Das wird deine Mutter sehr unglücklich und krank machen. Das willst du doch nicht“). Hinzu kommt, dass es vielen Tätern und Täterinnen gelingt, bei den Kindern und Jugendlichen ein Gefühl von Komplizenschaft zu erzeugen: „Du hast doch auch nichts dagegen gehabt, dass wir zusammen in der Umkleidekabine waren, wieso willst du jetzt etwas sagen?“ Sie wecken im Mädchen oder Jungen Schuldgefühle und vermitteln ihm, selbst die Verantwortung für den Missbrauch zu tragen.
Literaturhinweise: Für Eltern Kerger-Ladleif, Carmen: Kinder beschützen. Köln: Mebes & Noack 2012
Für Fachkräfte Enders, U. (Hrsg.): Zart war ich, bitter war`s. Handbuch gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen, 5. Aufl. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2010.
Deegener, Günther: Kindesmissbrauch erkennen, helfen, vorbeugen, 5. Aufl. Weinheim: Beltz 2010.
Download:

Verdacht auf Missbrauch ernst nehmen

10330514_1130382960320214_6725948958331971538_nWoran erkenne ich, dass ein Kind sexuelle Gewalt erfährt?
Das Verhalten von Mädchen und Jungen, die sexuellen Missbrauch erfahren haben, ist alters- und persönlichkeitsbedingt sehr verschieden und entspricht keinem vorhersehbaren Muster. Spezifische Anzeichen oder körperliche Symptome, die eindeutig auf einen sexuellen Missbrauch hindeuten, gibt es nicht. Nur wenige Mädchen und Jungen sagen direkt, wenn sie sexuelle Gewalt erlebt haben. Einige Kinder machen Andeutungen. Häufig werden ihre Hinweise jedoch nicht richtig verstanden, weil Kindern die richtigen Worte für das Geschehene fehlen. Wichtig ist aber: Kinder erfinden sexuellen Missbrauch nicht von sich aus!
Manchen Kindern und Jugendlichen merkt man nichts an, andere verändern sich und zeigen Auffälligkeiten wie Schlafstörungen, Bauchschmerzen, Einnässen, Ängste, Rückzug oder Aggressionen, Nachspielen von sexuellen Handlungen oder sexualisierte Sprache. Jedes dieser Anzeichen kann aber auch andere Ursachen haben. Aber: Ein Mädchen oder ein Junge, das beziehungsweise der sich plötzlich verändert, braucht – unabhängig von der Ursache – die Aufmerksamkeit seiner Eltern oder anderer Menschen, die ihm nahestehen.
Wer sich Sorgen macht, sollte sein Gefühl ernst nehmen und ihm nachgehen:
  • Suchen Sie sich eine Vertrauensperson, mit der Sie sich austauschen können. Aber streuen Sie keine Gerüchte, denn dann besteht die Gefahr, sich wegen übler Nachrede, Verleumdung oder falscher Verdächtigung strafbar zu machen.
  • In beruflichen Zusammenhängen ist es wichtig, die Leitung zu informieren.
  • Signalisieren Sie dem Mädchen oder Jungen Gesprächsbereitschaft.
  • Sagen Sie, dass Sie sich Sorgen machen, da Ihnen Veränderungen aufgefallen sind.
  • Drängen Sie das Kind oder den Jugendlichen nicht zu Aussagen, denn Druck macht womöglich auch der Täter oder die Täterin.
  • Auch wenn es schwer fällt: Bleiben Sie ruhig. Denn starke emotionale Reaktionen können dazu führen, dass das Kind oder der beziehungsweise die Jugendliche Sie schonen möchte und nichts sagt.
  • Geben Sie dem Kind oder Jugendlichen die ausdrückliche Erlaubnis, über „schlechte Geheimnisse“ zu sprechen. Vermitteln Sie, dass Hilfe holen kein Petzen und kein Verrat ist und dass Sie ihm glauben.
  • Vermitteln Sie, dass Sie über belastende Themen Bescheid wissen und belastbar sind.
  • Versprechen Sie nicht, dass sie alles für sich behalten werden, sonst können Sie keine Intervention ermöglichen, ohne Ihr Wort zu brechen.
  • Fragen Sie nie den möglichen Täter oder die mögliche Täterin!
Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen hat das Bundesministerium der Justiz die Broschüre „Verdacht auf sexuellen Kindesmissbrauch in einer Einrichtungen“ zu dem Thema erstellt:
Download:
Wo finde ich im Verdachtsfall Hilfe und Unterstützung?
Haben Sie eine Vermutung oder einen Verdacht, dann holen Sie sich professionelle Unterstützung. Beratungsstellen, die sich auf sexuellen Missbrauch spezialisiert haben, sind in diesem Fall sinnvolle Ansprechpartner: Sie können helfen, weitere Schritte einzuleiten, die das Kind beziehungsweise den Jugendlichen schützen können und die dazu beitragen, den Sachverhalt aufzuklären. Beispielsweise kann es notwendig werden, die Schul- oder Kitaleitung einzubinden. Zudem sollte die Frage erörtert werden, ob beziehungsweise wann man die Polizei einschalten will.
Adressen von Beratungsstellen in Ihrer Nähe erhalten Sie über die Datenbank auf dieser Webseite.
Download:

Die Internetwachen der Bundesländer

13244103_1301640649861110_734332771231436907_oDie Internetwachen der Bundesländer:
►Baden-Württemberg: http://bit.ly/internetwache_bw
►Mecklenburg-Vorpommern: http://bit.ly/internetwache_meckpom
►Nordrhein-Westfalen: http://bit.ly/internetwache_nrw
►Schleswig-Holstein: http://bit.ly/internetwache_sh
In Bayern, Bremen, Rhein­land-Pfalz, Saar­land und Thüringen gibt es aktuell noch nicht die Möglichkeit, Anzeigen online zu erstatten.